GT Grade 2020 – Das ultimative Upgrade

Das Grade war das erste offizielle Gravel-Fahrrad und ein großer Erfolg für GT. Jetzt haben die Amerikaner nachgelegt und sich einiges ausgedacht, schließlich sind seit der Präsentation des ersten Grades einige neue Gravel- und Allroad-Räder auf den Markt gekommen. Michael hat das 2020er-Modell auf Herz und Nieren geprüft.

Ein Grade für alle Fälle – Die Ausstattungsvarianten

Wie auch schon bei der ersten Ausgabe gibt es das Grade als Aluminium- und Carbon-Version, mit unterschiedlichen Ausstattungen. Um 899€ geht es los mit dem GT Grade Alloy Elite, ab 1999€ ist man mit einem Carbon-Rahmen unterwegs. Alu und Carbon unterscheiden sich nicht nur im Preis, sondern auch in Sachen Gewicht und Komfort, dazu später mehr.

Grade Alloy Elite (Shimano Claris)899€
Grade Alloy Expert (Shimano 105, mech. Scheibenbremsen)1399€
Grade Carbon Elite (Shimano Tiagra, hydr. Scheibenbremsen)1999€
Grade Carbon Expert (Shimano 105, hydr. Scheibenbremsen)2299€
Grade Carbon Pro (Shimano Ultegra RX Di2, hydr. Scheibenbremsen)3799€

Was ist neu?

Das erste Grade ist in unserem Blog recht gut weggekommen (Zum Artikel: https://www.starbike.at/gt-grade-carbon-fuer-jeden-weg-das-richtige/) und viele Dinge, die dort behandelt werden, sind auch heute noch gültig. Aber die Welt der Gravel-Räder, also Rennräder, die auch im Gelände funktionieren, komfortabler und vielseitiger sind, hat sich verändert. Viele Hersteller haben neue Technologien entwickelt, um diese Fahrräder noch universeller, leichter, steifer, vielseitiger zu machen, und so hat auch GT einiges an Hirnschmalz investiert, um am Markt bestehen zu können.

Definitiv das Highlight des Rahmens: Die Kettenstreben.

Die auffälligste Veränderung sind die Kettenstreben. GT ist für sein Tripple-Triangle-Design berühmt, bei dem die Kettenstreben hauptsächlich mit dem Oberrohr verbunden sind, um Vibrationen im Heck nicht an das Sattelrohr bzw. den Sattel weiterzugeben, und sie haben dieses Design für das neue Grade perfektioniert: Sowohl bei der Alu-Version, als auch beim Carbon-Rahmen führen die Kettenstreben am Sattelrohr vorbei, ohne mit diesem verbunden zu sein. Dadurch hat man ein irrsinnig bequemes Heck, kann sogar über ziemlich große Schläge drüberrollen, ohne unangehme Schmerzen im Hintern oder Rücken aufzureissen, das funktioniert beim Alu-Rahmen sehr gut und in Carbon atemberaubend. Die Kettenstreben sind dort nämlich als zwei Glasfaserrohre ausgeführt, die mit Carbon umwickelt sind und somit ähnlich wie Angelruten funktionieren. Dadurch, dass das Sattelrohr ohne Firlefanz mit dem Tretlager verbunden ist, bleibt das Fahrrad allerdings steif, wo es drauf ankommt, wenn man in die Pedale tritt, geht die Power dorthin, wo sie hin soll, nämlich vorwärts. An großartiges Fahrgefühl!

Der Lenker ist ein wenig ausgestellt, das verbessert das Handling im Gelände.

Man kann auch breitere Reifen verbauen, als es bisher der Fall war, 40c-Reifen schluckt das Grade problemlos, und wenn man wirklich breiteres Fusswerk braucht, sollte man vielleicht auf ein MTB umsteigen.

Die Gabel mit den zwei Positionen fürs Vorderrad.

Die Gabel hat auch einen neuen Trick dazugelernt, nämlich zwei mögliche Positionen fürs Vorderrad. Wenn man das Grade agil und gelenkig haben möchte, bleibt das Vorderrad in der “hinteren” Position, wenn man mit viel Gepäck fährt, ein entspannteres Handling sucht oder vorne eine größere Bremsscheibe (bis zu 180mm) montieren möchte (weil man mit viel Gepäck fährt und bergab mehr Bremskraft braucht), dann schiebt man das Vorderrad in die vordere Position. Ein Trick, den man beispielsweise vom Rondo Ruut kennt. Der Unterschied zwischen den zwei Positionen ist spürbar, aber nicht wie Tag und Nacht (außer man befindet sich gerade am Polarkreis), das Fahrverhalten verändert sich sehr subtil und wir haben ehrlicherweise das Vorderrad in der “Standardposition”, also hinten gelassen. Wir haben unsere Räder gern spritzig.

Das Grade im Reisemodus. Es passen noch viel mehr Sachen drauf.

Stichwort Gepäck: Am Grade hat man ziemlich, ziemlich viele Möglichkeiten, Gepäck zu montieren. An der Gabel gibt es entsprechende Aufnahmen für Gepäckträger oder Flaschenhalter, am Unterrohr auf der Unterseite (und natürlich im Rahmendreieck), am Oberrohr oben und beim Alu-Grade sogar jeweils einmal pro Kettenstrebe. Wenn man an diesem Rad nicht alles unterbringt, was man für die kleine oder große Reise braucht, dann braucht man wahrscheinlich ein Lastenrad.

Wie fährt es sich?

GT hat auch auf die Optik geachtet.

Das Original war ein schnelles, spritziges, sehr geländegängiges Fahrrad, mit dem man auch auf der Straße viel Spaß haben konnte. Das 2020er-Grade ist all das und noch mehr. Mit der Originalbereifung (WTB Riddler 37c) ist man auf der Straße, auf Schotter, im Wald und überall dazwischen sehr geschmeidig unterwegs, das Einlenkverhalten des Grade ist angenehm sportlich, die Sitzposition verhältnismäßig gestreckt, aber so, dass man viele Stunden im Sattel sitzen kann und der Komfort, den das Heck ausstrahlt, ist überragend. Verpasst man diesem Rad ein wenig gröberes Fahrwerk (zum Beispiel WTB Boss Cross oder Challenge Grifo), dann hat man im Gelände nochmal ein Eck mehr Spaß, es gibt kaum etwas, was dieses Rad nicht schafft. Ein Schwachpunkt des Originals war das aus unserer Sicht obszön große Kettenblatt (53 ist bei einem Off-Road-Rad sehr eigenartig), dadurch war es schwierig, mit dem Rad über Holzstämme zu kommen, dieses Problem wurde gelöst.

Mit Straßenreifen verwandelt sich das Grade in einen Langstreckenrenner par excellence, es hat Michael / Cycloklops zu seiner ersten 200km Ausfahrt getragen und auch hier war, wir haben es schon erwähnt, die bequeme Sitzposition großartig. Mit einer richtig schnellen Rennradtruppe wird man sich ein wenig schwertun, vor allem wegen der niedrigeren Übersetzung, aber das Grade möchte Kilometer fressen und zwar schnell.

Grande Grade – Das Resumé

Man ahnt es schon: Das neue Grade ist eine Wucht. Es macht de facto alles besser als sein Vorgänger, bietet zu vielen unterschiedlichen Preispunkten die passende Ausstattung und macht einfach nur richtig viel Spaß, egal, wo man damit hinfährt. Ab sofort kann man sich davon bei uns überzeugen.

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