Alles normal?

Seit 14. April haben wir unser Geschäft wieder geöffnet und in dieser Zeit ist vieles passiert. Normalität ist bei uns noch weit entfernt und wir wollen euch einen kleinen Einblick hinter die Kulissen geben.

Corona, du ….

Freitag, der 13. März, ist ein Schock. Wir erfahren, dass wir ab folgendem Montag unser Geschäft schließen müssen, dass der Kontakt mit KundInnen nicht mehr erlaubt ist. Der neue Standort brummt, die Saison steht vor der Tür, aber die Tür bleibt zu. Olé!

“Als Unternehmer muss man etwas unternehmen” sagt Martin und wir unternehmen was. Innerhalb einer Woche stemmen wir eine Crowd-Investment-Kampagne in die Onlinewelt, dank euch wird sie innerhalb von wenigen Stunden bereits zum Erfolg und sichert unser finanzielles Überleben. Wir setzen Maßnahmen, um unsere Kosten zu senken, schicken unsere Mitarbeiter in Kurzarbeit, schauen uns an, ob wir für Unterstützungen oder Beihilfen in Frage kommen, widmen uns dem in dieser Zeit ganz normalen Wahnsinn, der wahrscheinlich alle Unternehmen in Österreich in Atem hält und vielen auch den Atem nimmt.

Aber wir haben großes Glück: Wir haben eine Stammkundschaft, die an uns glaubt, wir haben ein großartiges Team, wir haben Lieferanten, die uns aus der Patsche helfen und alles in allem muss man sagen: Die Wochen im Lockdown sind nicht lustig, aber wir kommen wirklich gut durch, besser als andere.

Neustart, gemma!

Am 14. April gehen bei uns dann wieder die Türen auf. Der ORF kommt und berichtet, wir helfen anderen, erfolgreiche Crowd-Investment-Kampagnen zu starten, aber vor allem kommen viele, viele, viele Leute, die sich jetzt mit einem guten Fahrrad ausstatten möchten. Von Tag 1 an brummt unser Laden, wie er es überhaupt noch nie getan hat. Die Freude ist natürlich groß, erstens ist es großartig, wenn mehr Menschen Radfahren, zweitens haben wir natürlich auch finanzielle Einbußen auszugleichen. Die emotionale Hochschaubahn geht weiter und zum Glück geht es in unserem Fall steil bergauf.

Aber normal gehts uns nicht.

Nicht nur wegen der Masken, die die Kommunikation beschwerlich machen. Nicht nur wegen der Warteschlangen, die sich vor unserem Geschäft bilden, weil wir nur maximal 3 Personen gleichzeitig ins Geschäft lassen. Nicht nur wegen des deutlich erhöhten Kommunikationsaufwandes, egal ob Telefon, Email oder direkt im Geschäft.

Sondern weil uns Ware fehlt bzw. ausgeht. Und es zunehmend schwieriger wird, diese Ware zu bestellen, Fahrräder sind auf einmal das neue Klopapier geworden.

Somit eine Bitte

Wir sind trotz allem ein relativ kleines Fahrradgeschäft mit einem relativ kleinen Team. Wir geben jeden Tag Vollgas, um euch zu beraten und das richtige Rad für euch zu finden, die richtigen Schuhe, den richtigen Helm. Das Ding ist: Unser Schlaraffenland ist derzeit ein wenig leer, vor allem im Vergleich zu sonst. Wir haben relativ wenige Fahrräder und in manchen Bereichen fast gar nichts mehr, wir kommen teilweise mit den Bestellungen nicht nach, das heißt, manche Größen sind womöglich vergriffen oder sind gerade noch auf dem Weg zu uns.

Aber dieser Weg ist derzeit länger, als sonst. Viele Lieferanten, viele Hersteller mussten ihre Tore schließen und haben einen großen Rückstau abzuarbeiten, Prozesse, die sonst zuverlässig und schnell funktionieren, sind in den letzten Wochen ordentlich durchgeschüttelt worden. Zuerst wusste man nicht, ob man wirtschaftlich überleben wird und danach ist die Nachfrage explodiert. Vielleicht könnt ihr euch vorstellen, dass diese Situation für niemanden einfach ist.

Wenn wir also mal ein wenig länger brauchen, um eine Mail zu beantworten, oder wenn es etwas länger dauert, bis ein bestelltes Fahrrad kommt, bitten wir euch um Geduld. Wir als Fahrradgeschäft und wir als Teil der Fahrradbranche sind noch weit von einer Normalität entfernt. Wenn wir euch erst auf Nachfrage über den Status eurer Bestellung informieren, dann liegt das nicht an Bosheit, sondern an mangelnden Ressourcen (und ja, sicherlich könnten wir das mit Automatisierung besser handhaben, aber wir sind nicht Amazon…).

Wir freuen uns sehr, dass wir das Fahrradgeschäft eures Vertrauens sind und ihr eure Fahrräder und Bekleidung und Zubehör bei uns kauft, und wir werden dieses Vertrauen nicht verspielen. Wir geben uns Mühe, eure Wünsche zu erfüllen, derzeit dauerts manchmal ein wenig länger. Vielen Dank für eure Geduld!

Radfahren in Zeiten von Corona