I am Ruut – Erste Eindrücke vom Rondo Ruut Al

Als Fahrradhändler sind wir immer auf der Suche nach Neuem: Neues Zubehör, neue Marken, neue Fahrräder. Wir wollen die richtig, richtig geilen Sachen entdecken, bevor es jemand anderer tut, weil wir selbst riesige Freude mit neuem Spielzeug haben und diese Freude gerne teilen. Die meisten Dinge, die man so findet, sind irgendwo zwischen “eh lustig” und “leiwand” angesiedelt, hin und wieder kommt aber etwas daher, bei dem der ganze Shop kurz mal inne hält und ein leises “Wow!” zwischen den Lippen heraushuscht. So einen Moment hatten wie beim Entdecken von Rondo.

Rondo wer?

Rondo ist ein junger Fahrradhersteller aus Polen, der sich dem Cyclocross/Gravel/Adventure-Radl verschrieben hat. Jung stimmt allerdings nur für den Namen, die Mama von Rondo heißt NS Bikes und baut seit Jahren ausgezeichnete Mountainbikes. Aber mit dem Fahrrad, das wir heute vorstellen, haben sie etwas so Besonderes kreiiert, dass ein eigenes Label angebracht schien.

Vorhang auf für das Rondo Ruut AL

  • Ruut AL NabeDas Blingbling auf der Nabe und den Speichen muss man mögen. Ein bisschen Spaß muss sein.
  • Ruut AL HeckViel, viel Platz für breite Reifen. Die Panaracer Gravelking SK in 43mm Breite machen das Ruut zu einem Allrounder par excellence.
  • Ruut AL CockpitDer Lenker ist von Rondo gebaut, hat bisschen ausgestellte Unterlenker und ist insgesamt sehr bequem.
  • KurbelDie asymmetrische Kettenstrebe sorgt für Stabilität und Platz für den Reifen.
  • Cheatsheet für wenn man die Geo vergessen hat 😉

Wir stehen also vor einem weinroten Alucrosser mit Carbongabel, der auf den ersten Blick schon mal sehr fesch daherkommt: Der Rahmen erinnert beim Tretlager ein wenig ans Up von OPEN, nimmt vorne und hinten sehr fettes Fahrwerk auf (die Grundausstattung besteht aus Panaracer Gravelking SK in Größe 43!), überzeugt mit seinen klassischen Linien sicherlich eine breite FahrerInnenschaft und ist für mich, der mit 90er Alu-MTBs erstsozialisert wurde von der Optik nahe an der Perfektion.

Rondo sieht das Ruut sowohl als sportliches Gefährt, aber auch als Alltags- oder Tourenfahrrad, dementsprechend kann man Flaschenhalter, Gepäckträger und Schutzbleche montieren, wenn man möchte. Oder dank hoher Rahmensteifigkeit, kurzem Radstand und fantastischem Einlenkverhalten ordentlich Gas geben. Aber der Reihe nach.

Auf ein Ronderl in den Prater

Das richtige Fahrrad ruft nach dir. “Komm schon, ich weiß, du bist müde, der Arbeitstag war lang. Aber es ist schön mit mir, da draußen.” Das richtige Fahrrad kann inspirieren, dich dazu bringen, nochmal abzubiegen und noch ein paar Kilometer dranzuhängen. Das Ruut Al ist dieses richtige Fahrrad. Also ab in den nächtlichen Prater.

Die ersten paar Meter fühlen sich trotz falscher Sattelhöhe gut an, die richtige Sattelhöhe macht das Ruut zu einem sportlichen, aber bequemen Crosser. Schläge schluckt das Fahrwerk problemlos weg, die Panaracer haben da sicher auch ihren Anteil. Mit eigentlich hohen 50 PSI ist man auf der Straße flott unterwegs und findet im Unterholz auch immer genug Grip. Die Carbongabel ist ein Genuss, zieht man wie mit dem Zirkel, man kann sehr aggressiv ums Eck fetzen und das Rad hält immer kontrollierbar die Spur. Die Beschleunigung ist hervorragend, es macht Spaß, aus Kurven heraus mit richtig viel Saft reinzutreten, und ist man erst mal auf Geschwindigkeit, dann bleibt das Ruut dort auch. Dieses Fahrrad ist ein richtiges Spaßgerät.

Dieser One-Night-Stand wird wohl was Ernstes

Das Ruut Al ist nicht das einzige Rad im Rondo-Programm. Es gibt das Ruut auch als Carbonversion mit sehr eigenständigen Design (auch wenn das Canyon Inflite in den Sinn kommt) und eine Stahlversion. Allen Versionen gleich ist die fantastische Carbongabel, die mit einer Besonderheit daherkommt: Die Höhe der Achse lässt sich mittels eines Flipchips (kennt man aus dem MTB-Bereich) verstellen, man kann entweder in einer etwas tieferen, sportlicheren Position fahren (in der war ich unterwegs) oder in einer etwas entspannteren Geo. Ein interessantes Feature, das seine Nützlichkeit im längeren Einsatz zeigen wird.

Was gibt es noch zu sagen? Die 1×11 Apex-Schaltung verrichtet schnell und ohne Murren den Gangwechsel, die Kassette bietet eine ausreichend große Bandbreite an Übersetzungen, um wahrscheinlich für jeden Einsatzzweck den richtigen Gang zu finden, die hydraulischen Scheibenbremsen modulieren gut und haben Biss und der Fabric Scoop-Sattel passt zum Rad und meinem Hintern. Out-of-the-box stimmt an diesem Fahrrad eigentlich alles, es ist nicht das leichteste Fahrrad, das ist womöglich der einzige Kritikpunkt, aber man kann ja immer bissl Wasser auslassen. Die Naben sind fantastisch schimmernd behandelt und passen zu den Speichen, das sieht geil nach alter Schule aus, gefällt aber vielleicht nicht allen. Ansonsten fällt mir nichts ein, was mir an diesem Rad nicht gefällt. Aus dem One-Night-Stand wird wohl was Ernstes. Ruut ist sehr, sehr gut (…)

Wenn du Interesse am Ruut hast, melde dich. Aktuell haben wir es noch nicht im regulären Programm, aber erstens wissen wir, wo man es herkriegt und zweitens kann sich das mim Programm auch bald ändern 😉

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